Deutschland hinkt bei DSGVO-Umsetzung hinterher: DSGVO sorgt für weniger Datenverluste

Die Regelungen der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) umzusetzen, bedeutet für Unternehmen viel Aufwand. Wenn es um die Reaktion auf Data Breaches und Datenschutzanfragen von Kunden geht, sind Unternehmen, die die DSGVO-Vorgaben erfüllen, jedoch klar im Vorteil.

(Foto: DOC RABE Media - AdobeStock)

Obwohl Unternehmen und andere Organisationen, die personenbezogene Daten verarbeiten, die Datenschutzgrundverordnung bereits seit Mai vergangenen Jahres umsetzen müssen, klappt das längst noch nicht bei allen. Das bestätigt nun auch die „Data Privacy Benchmark Study“ von Cisco. Die Studie belegt allerdings auch, dass die meisten Unternehmen auf einem guten Weg sind. Gleichzeitig zeigt sie die positiven Auswirkungen der DSGVO: Organisationen, welche die DSGVO umsetzen, haben demnach geringere Verzögerungen in Verkaufsprozessen, wenn Kunden sich mit Fragen zum Datenschutz melden. Zudem gehen ihnen seltener und weniger Daten bei Sicherheitsvorfällen verloren.

Für die Studie wurden von Cisco mehr als 3.200 Organisationen in 18 Ländern befragt. Immerhin 59 Prozent von diesen sehen sich gut aufgestellt und gehen davon aus, alle oder zumindest die meisten DSGVO-Vorgaben zu erfüllen. Weitere 29 Pro-zent erwarten, innerhalb eines Jahres soweit zu sein. Interessant dabei ist, dass Deutschland mit 58 Prozent „DSGVO-Readiness“ unter dem weltweiten Durchschnitt liegt, der vor allem durch außereuropäische Länder nach unten gezogen wird. In Großbritannien (69 Prozent), Italien (72 Prozent) und Spanien (76 Prozent) ist man da deutlich weiter – oder schätzt sich wenigstens besser aufgestellt ein.

Datensicherheit sorgt für Schwierigkeiten

Die größten Herausforderungen sehen die befragten Unternehmen bei der Erfüllung von Vorgaben zur Datensicherheit (42 Prozent) und bei internen Trainings (39 Prozent). Häufig für Probleme sorgt aber auch die Tatsache, dass sich oft erst in der Praxis zeigen muss, wie Regelungen ausgelegt und umgesetzt werden müssen (35 Prozent).

Dennoch lohnt sich die DSGVO für Unternehmen, weil sie Kundenanfragen zum Datenschutz besser und schneller beantworten können. Durchschnittlich verzögern sich der Cisco-Studie zufolge Verkäufe um 3,9 Wochen, wenn Kunden Datenschutzbedenken äußern. Bei den Organisationen, die „DSGVO-ready“ sind, sind es allerdings durchschnittlich nur 3,4 Wochen, während es bei denen, die sich noch mehr als ein Jahr von der Umsetzung entfernt sehen, 5,4 Wochen sind. Vergleicht man das mit dem vergangenen Jahr, als die durchschnittliche Verzögerung noch bei 7,8 Wochen lag, sieht man aber auch, dass Organisationen die Datenschutzanfragen ihrer Kunden insgesamt schneller beantworten können.

Andersherum betrachtet ist durch die DSGVO allerdings auch das Bewusstsein für Datenschutz gestiegen. Die Zahl der diesbezüglichen Anfragen hat dementsprechend zugenommen. Hatten im vergangenen Jahr noch 66 Prozent mit Verzögerungen in Verkaufsprozessen zu kämpfen, so waren es zuletzt 87 Prozent.

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