Mobility ist Standard: „Mobile First“ war gestern!

Das Schlagwort „Mobile First“ ist längst kein aktueller Ansatz mehr. Mobility gehört heute fest zum Standard – sowohl im privaten Umfeld, als auch bei geschäftlichen Anwendern. Unternehmen denken heute darüber nach, wie mobile Umgebungen vernünftig administriert und abgesichert werden. Fest steht: Mobility verändert Arbeitsabläufe nachhaltig.

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Ende der 1980er-Jahre führte der japanische Hersteller Toshiba die Bezeichnung »Notebook« ein, um besonders kompakte und leichte transportable Rechner besser vermarkten zu können. Was ursprünglich einmal für vielreisende Manager als Lösung für unterwegs entwickelt und anfänglich horrend teuer angeboten wurde, ist heute längst ein Alltagsprodukt, das auch von Schülern oder Großeltern verwendet wird. Mit Smartphones, Tablets und Convertibles kamen ab 2008 weitere, außerordentlich mobile Geräte auf den Markt. Neben Notebooks ist heute insbesondere das Smartphone aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Mit über 50 Millionen Menschen allein in Deutschland nutzen – außer Kleinkinder und Greise – fast alle ein solches Mobilgerät. Im geschäftlichen Umfeld geht es folglich nicht mehr darum, die Einführung mobiler Endgeräte in die Unternehmenswelt zu diskutieren – sie sind hier längst angekommen.

Vielmehr geht es heute darum, die Unternehmensmobilität weiter auszubauen, sie sicherer und besser nutzbar zu machen. Weit im Vordergrund stehen Sicherheitsaspekte. Das wundert kaum: Mit den Bordmitteln der Betriebssysteme Android und iOS kann den neuen Bedrohungen nur unzureichend begegnet werden. Dabei zählten im vergangenen Jahr die Sicherheitsexperten des Bochumer Unternehmens G Data 2.333.777 Schaddateien allein für das Android-Betriebssystem – die Zahl verzehnfachte sich innerhalb von nur drei Jahren. „Durch den Einsatz von Smartphones und Tablets im Betriebsalltag können Mitarbeiter auch von außen auf Firmendaten zugreifen. Diese und weitere Faktoren ermöglichen das Ausspähen von Daten und deren Verkauf. Diese Schattenindustrie ist ein Milliardengeschäft“, weiß G Data Security Spezialist Tim Berghoff.

Sicherheit versus Usability

Die Sicherheit für Smartphones, Tablets und Co. zu gewährleisten, ist angesichts dieser Bedrohungslage für viele Unternehmen eine beachtliche Herausforderung. Im Gegensatz zum – meist einheitlichen – Desktop-PC früherer Tage sind IT-Verantwortliche bei der mobilen IT mit einer weitaus größeren Komplexität konfrontiert. Dazu gehören verschiedene mobile Betriebssysteme ebenso wie eine bisweilen unkontrollierte Verwendung privater und geschäftlicher Hard- und Software. Auch die kontinuierlich wachsende Anzahl an Smart Devices sowie eine hohe Innovations-Taktzahl zehren an den Kräften der EDV-Abteilungen. Nicht zuletzt müssen viele IT-Entscheider eine Gratwanderung bewältigen: Auf der einen Seite sollen Firmendaten auf mobilen Geräten möglichst sicher aufgehoben sein, auf der anderen Seite sollen die Anwender mit ihren mobilen Geräten einfach und effizient arbeiten. Eine „intuitive Nutzersteuerung“ kann relativ leicht mit hohen Sicherheitsansprüchen kollidieren.

Bei der Absicherung der mobilen IT gibt es keine einfachen Lösungen. Unternehmen werden daher auch in diesem Jahr weiter an dieser Baustelle arbeiten müssen, denn es ist nicht zu erwarten, dass die Sicherheitsgefährdungen durch mobile Endgeräte, Apps und Content zurückgehen werden. Anbieter werden insbesondere mit Lösungen punkten, die ein hohes Maß an Sicherheit versprechen und gleichzeitig den Anwender nur geringfügig in seiner Tätigkeit einschränken. Technologie alleine wird jedoch nicht ausreichen, um die mobile IT abzusichern. Vielmehr sollten Anbieter ihr Angebot beispielsweise durch Workshops ergänzen, die auf eine stärkere Sensibilisierung der Anwender abzielen.

Martin Pfleiderer, Leiter Marketing und Kommunikation beim IT-Anbieter Tarox in Lünen, bringt es auf den Punkt: „Einhergehend mit dem wachsenden Bedarf an Mobilität, wachsen natürlich auch die Ansprüche an die IT-Sicherheit. Ein schnelles Management von mobilen Arbeitsplätzen ist immanent mit der Leistungsfähigkeit von Unternehmen verbunden. Als Nutzer einer mobilen Arbeitsplatzlösung braucht man vor allem eins: Performance-Sicherheit. Ausfallzeiten von unterwegs bedeuten Zeit- und im Extremfall Geldverlust. Eine sichere VPN-Verbindung nach neuesten Security-Standards ist die eine, ein schneller aber sicherer Zugriff seitens des betreuenden Systemhauses ist die andere Herausforderung.“

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