PCD Systems und Tarox bauen »Zeitmaschine«: Reisen im Kopf

Der Name ist wörtlich zu nehmen: Das Museum Timeride nimmt seine Besucher mit auf eine Reise durch das Köln zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Virtual Reality macht es möglich. Eine Blaupause für diese einzigartige Zeitreise gab es nicht, dafür jede Menge Herausforderungen.

Das Herzstück des Museums TimeRide in Köln sind die 32 VR-Plätze in einer historischen Straßenbahn, mit der Besucher durch das wilhelminische Köln reisen
(Foto: TimeRide Köln)

Am 29. September 2017 ging für Kulturmanager Jonas Rothe ein Kindheitstraum in Erfüllung. 32 Fahrgäste nehmen in der historischen Straßenbahn Platz, die VR-Brille wird sie auf eine 2,3 Kilometer lange virtuelle Reise 100 Jahre in die Vergangenheit der Stadt Köln mitnehmen. Vorbei geht es an 600 Gebäuden der Kaiserzeit, ein Milchmädchen stellt Kannen vor Haustüren ab, der Brikettmann liefert Kohle, man hört Bürger erregt über die ersten Benzin-Automobile diskutieren, die den Elektrokutschen zunehmend den Rang ablaufen. „Ich hatte schon immer von einer Zeitreise geträumt. Nun ist sie möglich“, sagt Rothe.

Als sich der heute 31-jährige Geschäftsführer der Timeride GmbH 2011 in seiner Masterarbeit mit der Zukunft von Museen beschäftigte, war Historikern und Kulturschaffenden Stereoskopie ein Begriff, aber nicht Virtual Reality. Drei Jahre später hatte Rothe „das Glück“, wie er es nennt, die erste Oculus Rift aufzusetzen und die „perfekte Illusion“ zu erleben. „Es war eine Initialzündung“, und zwar für das derzeit wohl einmalige VR-Museum Timeride am Alten Markt im Herzen Kölns.

Bis zur Eröffnung des vollständig aus privaten Mitteln finanzierten Museums war es aber noch ein weiter Weg. Investorensuche, Konzepterstellung, Unternehmensgründung, viel Recherche in Archiven, Austausch mit Fachwissenschaftlern, Content-Produktion im Studio und an Computern und schließlich die Auswahl eines IT-Dienstleisters, der das Herzstück des Museums realisieren musste, brauchte seine Zeit. Noch herausfordernder war die IT-technische Umsetzung, für die es praktisch keinerlei Blaupause gab. Nur so viel war den Machern von Anfang an klar: Die Zeit spielte für sie, denn dank Innovationen in der VR-Technologie und immer günstigeren Hochleistungsrechnern ist die Gegenwart nun reif für eine multisensorische Zeitreise im Museum der Zukunft.

Übersicht