VMware-Umgebung bei Amazon Web Services buchen: VMware wandert in die Cloud

Ab kommendem Jahr können Nutzer ihre komplette VMware-Umgebung in die Cloud verlagern – und zwar zu Amazon Web Services. Den Verkauf, Betrieb und technischen Support übernimmt dabei VMware.

Ab 2017 steht eine komplette VMware-Plattform über Amazons Cloud-Service (AWS) zur Verfügung.

Unter dem Schlagwort „Software-Defined Data Center“ (SDDC) vermarktet VMware seine neue Lösung VMware Cloud on AWS. Sie soll im Lauf des kommenden Jahres zur Verfügung stehen, und zwar nicht über Cloud-Rechenzentren von VMware, sondern über Datacenter von Amazon Web Services (AWS). Beide Unternehmen haben eine entsprechende Vereinbarung geschlossen. SDDC bedeutet, dass Anwender ein komplettes Rechenzentrum in der Amazon-Cloud betreiben können, das aus Komponenten von VMware besteht. Zu den Bestandteilen gehören der Hypervisor vSphere beziehungsweise ESXi, die Software Virtual SAN (vSAN) für das Virtualisieren von Speicherressourcen und die Netzwerk-Virtualisierungsplattform NSX. Damit, so der Anbieter, können Nutzer ein komplettes Software-Defined Datacenter (SDDC) in der Amazon-Cloud aufbauen. Als Basis dienen spezielle Server und Speichersysteme in Cloud-Rechenzentren von AWS.

Es handelt sich also um dieselben Komponenten von VMware, die Anwender auch im unternehmenseigenen Datacenter einsetzen können. Auch bei den Management-Tools gibt es keine Neuerungen: VMware Cloud on AWS lässt sich mit vCenter managen, derselben Software, die für die Verwaltung von VMware-Umgebungen in Unternehmensrechenzentren verwendet wird. Im vCenter-Enhanced-Link-Modus lassen sich zudem die „On-Premise“-Versionen von VMware und die Cloud-Ausgabe bei AWS gemeinsam verwalten. Für Unternehmen und deren Systemhauspartner, die eine Hybrid Cloud aufbauen wollen, ist eine Funktion besonders interessant: Virtual Machines und Workloads können zwischen dem hauseigenen Rechenzentrum und der Cloud hin und her bewegt werden. Dafür ist vSphere vMotion zuständig. Auf diese Weise lassen sich ganze Rechenzentren in die Amazon-Cloud verlagern. Weitere Einsatzfelder sind Entwicklungsumgebungen und Test-Ressourcen, die als Cloud-Dienst genutzt werden. Hilfreich ist dabei, dass die VMware-Cloud keine geschlossene Gesellschaft ist: Die Nutzer können Cloud-Ressourcen von AWS hinzu buchen.

Ansprechpartner ist VMware

Für die Instandhaltung und Wartung der VMware-Plattform bei AWS ist VMware zuständig. Das gilt auch für die Vermarktung des Angebots. AWS übernimmt somit „nur“ die Rolle des Service Providers, der die Plattform bereitstellt. Für Partner von VMware könnte dies bedeuten, dass sie ihren Kunden die Option anbieten können, vorhandene VMware-Umgebungen in Richtung Public Cloud zu erweitern. „Könnte“ deshalb, weil Details zum neuen Angebot noch ausstehen. Bekannt ist bislang, dass VMware Cloud on AWS ab Mitte 2017 zur Verfügung stehen soll. Eine Beta-Testphase beginnt Anfang kommenden Jahres. Es wird voraussichtlich zwei Varianten geben: eine mit stundenweiser Abrechnung und eine auf Grundlage eines Subskriptionsmodells mit 12 oder 36 Monaten Laufzeit.

Weitere Infos: www.vmware.de